Mitte März ist die zweite Staffel von „Daredevil: Born Again“ gestartet. Im Wesentlichen ging es in der ersten Staffel um das Kräftemessen der beiden Kontrahenten Daredevil (Charlie Cox) und Kingpin (Vincent D’Onofrio), wobei es am Ende der Staffel für Daredevil eher schlecht aussieht.
Während es der Kingpin Wilson Fisk zum Bürgermeister von New York geschafft hat, hat der Anwalt Matt Murdock – der nachts als Daredevil gegen das Verbrechen kämpft – nicht nur seinen besten Freund bei einem Mordanschlag verloren, seine versteckte Identität ist zudem kompromittiert, bzw. der Kingpin weiß von seiner Doppelidentität.
Die Ausgangssituation der zweiten Staffel also: Der Gangsterboss Fisk ist mächtiger denn je, während sich Daredevil/Matt Murdock im New Yorker Untergrund verstecken muss.

Die ersten drei Folgen sind düster, enthalten durchaus gewalttätige Action-Szenen und zeichnen im Wesentlichen die Lebenssituation der New Yorker und das kriminelle Netz des Bürgermeisters nach. Beunruhigend dabei: Eine eigene Task Force macht völlig skrupellos Jagd auf die „Maskierten“, auf Individuen wie Daredevil, die sich für Recht und Gerechtigkeit auf den Straßen von New York einsetzen. Die Darstellung dieser Task Force – die an die SS oder die Gestapo der Nazizeit erinnert oder an die ICE-Agenten in den gegenwärtigen Vereinigten Staaten – ist den Machern sehr gut gelungen, weil deutlich wird, wie perfide die Öffentlichkeit manipuliert wird, während die Politik weiter ihre eigenen Ziele verfolgt und schützt.
In den ersten drei Folgen wird auf der einen Seite ein breites Bild von New York und von der komplexen Machtstruktur des Bürgermeisters Fisk und seiner Frau Vanessa gezeichnet.
Auf der anderen Seite werden die Figuren des „Widerstandes“ ein- bzw. weitergeführt: Karen Page, Murdock Lebensgefährtin, die junge Journalistin BB Urich, der Punisher. Für uns überraschend, wird auch die Figur des in der ersten Staffel getöteten White Tiger auf reizvolle Art und Weise weitergeführt.
Und der rätselhafte Killer namens Bullseye, der für den Tod von Foggy Nelson verantwortlich ist, aber gleichzeitig den Kingpin im Visier hat, ist ebenfalls noch im Spiel.
Eine gut informierte amerikanische YouTuberin, der wir folgen und die die gesamte Staffel bereits gesehen hat, verspricht spektakuläre Entwicklungen ab Folge 4. Da freuen wir uns, zumal das Setting schon sehr gut vorbereitet wurde. Comicfans, d. h. Fans von Daredevil , werden auch mit dieser zweiten Staffel zufrieden sein. Cox ist als Daredevil/Matt Murdock wieder ebenso überzeugend und nah am Original aus den Comics wie D’Onofrio als Kingpin.
Marvel liefert wieder.


